urban exploring, Bunker, Industrieruinen, U-Verlagerungen

Der Wandel der Zeit – Negativbeispiel Honigbunker

Einige werden den Schritt, keinen Bildblog mehr zu führen und somit nicht mehr der Masse unkontrolliert die Locations, Informationen und Bilder zu präsentieren vermutlich nicht verstehen. Um einen kleinen Einblick zu geben, welche Entwicklungen zu diesem Unmut und diesem Protest führen, wird hier der stellenweise Wandel innerhalb von drei Jahren eines im Ruhrgebiet gelegenen, sehr bekannt gewordenen Bunkers zeigen.

Oft hört man immernoch solche Kommentare, dass es ja die ortsansässige Jugend ist, die die Orte vermüllen, zerstören oder ihren Schabernack treiben. Zum Teil wird es auch an diesem Ort so sein, dennoch steht auch dieser sinnbildlich dafür, wie viel die Floskel “Take nothing but pictures, leave nothing but footprints” wirklich wert ist… nämlich einen feuchten Dreck. Selbst wenn nicht alles Urban Explorern zuzuschreiben ist, so ist dieser Ort erst in den letzten Jahren immer weiter heruntergekommen, zugemüllt und zerstört worden, obwohl er schon lange ungenutzt ruht, anders gesagt, durch seine Bekanntheit durch eben Urban Explorer im Netz.

Dies fängt schon bei den Eingängen an. Es gibt mehrere Eingänge zu dieser Anlage und dennoch werden welche, die gar nicht notwendig sind aufgebrochen, da es zu viel Aufwand wäre, einen anderen zu suchen oder sich vorher zu informieren. So wurde sich bei folgendem Eingang erst ein Loch im oberen Teil mit Gewalt geschaffen. Sobald dieses Loch gesichert war, wurde die Tür aufgebrochen.

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Licht- und Feuerspielereien z.B. erfreuen sich immer größerer Beliebtheit und besonders gerne in Bunkern und Untertage-Anlagen, da diese natürlich eine unglaubliche Dunkelheit aufweisen und so noch mehr mit der Belichtung gespielt werden kann. Als Beispielbilder sehen wir den “Teelicht-Wahn” nach dem oft nicht aufgeräumt wird.

Teelichter Teelichtermeer

Ebenso das Spielen mit Wunderkerzen, da sie ein nettes Grußkartenmotiv bilden und besonders toll zum Andenken an ein Forentreffen mit Bier von einem Zusammenschluss von sich selbst nennenden “Urbexern”, die aber ungenannt bleiben werden.

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Solche Vermüllungen zeigen sich überall an diesem Ort, ob nun Kabeldieb, ansässige Jugendliche, Geocacher oder Urbexer, sie alle werden heutzutage durch das Internet aufmerksam… dabei ist er ohne, so viel schöner…

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Häufig fallen in der Anlage die über Jahrzehnte durch Sickerwasser gebildeten Stalagmiten und Stalagtiten unachtsamen Urbexern zum Opfer oder werden sogar als Souvenir mitgenommen. Ein akuter Eingriff in den natürlichen Wandel dieses Ortes, der auch gerade solche Berühmtheit wegen dieser atemberaubenden Versinterungen erlangte.

abgebrochener Stalagmit Stalagmiten

 

Ein weiteres Phänomen sind die Dekorateure oder auch liebevoll “Tine-Wittler-Urbexer” genannt. Selbst an einem Ort mit fast kaum bewegbaren Objekten, werden die wenigen, die noch vorhanden sind, für Fotos positioniert und durch die komplette Anlage getragen…

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… oder sogar als Motiv abmontiert…

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Und wenn all das nicht reicht… dann geht es eben noch schlimmer. Mutwillige Zerstörungen und Diebstahl sind absolut keine Seltenheit mehr. Natürlich ist das oft die ansässige Jugend, Halbstarke, Idioten, Schrottdiebe…

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Die Tür war komplett verrostet, aber das hinderte die Leute nicht sämtliche Platten (ca. 40 kg) mit roher Gewalt herauszutrennen.

…aber warum erst in den letzten drei Jahren und nicht schon vor Ewigkeiten als dieses einstige Schmuckstück schon leer stand? Weil auch sie durch die Urban Explorer auf die Locations gestoßen werden. Durch “unsere” Bilder und Informationen. Durch leichtsinnigen Umgang mit den Adressen, mit dem weitflächigen Verteilen der Bilder, Standorte und Jahreszahlen oder gleich der Koordinaten.

Wir werden alleine daran nichts ändern, aber wir wollen einen Schritt in die richtige Richtung machen. Wir wollen Flagge zeigen. Wir wollen wieder guten Gewissens an einen Ort denken können, weil wir kein Teil seines Untergangs sind. Nicht wie die Massen, die auf facebook jede Location posten müssen. Nicht wie diese unsinnige Vereinigung aus Internetseiten – “Urbexer against Vandalism”, bei der dann direkt auf der eigenen Seite des Gründers die Locations mit Stadtnamen und allen notwendigen Informationen gepostet werden, damit der untalentierteste Google-Nutzer sofort den Standort findet. Wir wollen keine Lost Places verramschen um ein wenig Aufmerksamkeit oder Klicks zu kriegen!

Gegen die Profilneurotiker, die dieses Hobby nur als eine Bühne benutzen! Gegen Entwicklungen wie bei Dr Anna L! Gegen Tine Wittler Locations wie Villa Wallfahrt!

Für den Schutz der Lost Places und unserer Leidenschaft!

Du möchtest über das Thema diskutieren? –>Klick mich!<–

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