urban exploring, Bunker, Industrieruinen, U-Verlagerungen

Der Irrsinn des Urban Exploring – Legalize it!

Urban Exploring als legales Hobby oder sogar als legaler Beruf? Klingt komisch? Ist es auch, aber das ist der Irrsinn dieser Szene, die immer weitere Ausmaße annimmt, denn das fordern momentan Urbexer in England. Wie überlegt diese Forderung ist und wie umsetzbar zeigt ein kleines Gedankenspiel: Es wäre erlaubt ein verlassenes Gebäude zu betreten, was aber auch so viel hieße, wie, dass gesetzlich festgelegt werden müsste, ab wann ein Gebäude wirklich “lost” ist und somit frei betretbar und ab wann nicht. Man dürfte sein Erbe oder warum die Gebäude auch immer leer stehen, vermutlich nie wieder aus den Augen lassen…

Egoismus statt Idealismus

Dabei wird als Begründung genannt, dass Urban Explorer ihre Bilder ja für das Allgemeinwohl machen und eben die Dokumentation vergessener Orte das ist, was das ganze ausmacht (wie weit das mittlerweile von der Realität entfernt ist, haben wir hier schon in verschiedenen Beiträgen thematisiert). Wenn man aber einen Blick darauf wirft, warum diese Forderungen nun kommen, wird schnell deutlich: Es ist nicht das Allgemeinwohl, sondern es ist die Sorge um den eigenen Hintern!
In England stehen momentan 12 Urbexer in einem großen Gerichtsverfahren vor dem obersten Zivilgerichtshof zur Anklage. Sollten sie verurteilt werden, drohen Ihnen bis zu mehreren Jahren Haft. Es wäre der größte und damit auch wichtigste Fall im Bereich Urban Exploring, bei dem sonst bisher die Begrifflichkeit außen vorgelassen wurde und einzelne Anzeigen schnell fallen gelassen wurden. Nun droht sich aber die gesamte Gesetzeslage zu ändern. Wenn so ein großer Fall zu einer Verurteilung von Urbexern führt, dann könnte es schnell zu einem Präzedenzfall werden, dass bei Hausfriedensbruch und eventueller Sachbeschädigung (was die Anklagepunkte sind), die Anzeigen nicht wegen mangelndem öffentlichen Interesse fallen gelassen werden, sondern der Begriff Urbexer eine neue Grundlage schafft (vermutlich weil die meisten stupide und unbelehrbare Wiederholungstäter sind). Da sehen wohl viele die Forderung nach der Legalisierung als die beste Lösung.

Wieder zu Ungunsten der Lost Places

Würde diese Forderung (rein hypothetisch) durchgesetzt werden und das Hobby bzw. das Betreten von einem Lost Place legal in England, wäre das ein weiterer Schritt in den Ruin dieses Hobbies und ein Armutszeugnis und Beispiel des puren Egoismus. Denn wo es ja um die Orte und deren Geschichte gehen soll, würde auch Vandalen und Sprayern die Tore geöffnet, das reine Betreten wäre ja legal und alles andere müsste auf frischer Tat ertappt und bewiesen werden, Platzverweise wären schwieriger und auch Jugendliche und Halbstarke dürften ungehindert die Orte unsicher machen. Ein vermeintliches Resultat aus dem ganzen wäre vermutlich nur, dass jeder Lost Place zu einem kleinen Fort Knox würde, da der Besitzer noch mehr bei Unfällen zur Rechenschaft gezogen werden dürfte und somit krampfhaft vermeiden müsste, dass der Ort (legal) betreten wird, da ihm jede Grundlage genommen wird, Gefahrenvermeidung durch Verbote zu betreiben.

Diese Forderungen und Begründungen für diese zeigen nur wieder eins: Diese Szene, egal in welchem Land, ist durchfressen von Egoisten, denen es nur um sich geht und die scheinbar meinen, sie wären wichtiger als Andere (wie z.B. die Besitzer) und müssten daher besonders geschützt werden. Dass dies niemals umsetzbar ist, sollte jedem klar sein und somit ist diese Forderung nur ein Zeichen für den oft gezeigten unüberlegten rein verbalen Aktionismus…

Quelle: http://underground-secrets.org/

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